Amazon macht nun auch Wohnungen sauber
Data Privacy von Ioannis Dimas
Amazon hat iRobot aufgekauft und könnte mit dem Saugroboter jetzt auch die Wohnungen der Nutzer analysieren.
Amazons Bestreben ist es vordergründig, Produkte und Dienstleistungen immer gezielter auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden abzustimmen. Dabei helfen bereits künstliche Intelligenz und die Produkte Echo als persönlicher Assistent, Ring als smarte Haustechnologie und der WLAN-Hersteller Eero.
Doch nun hat Amazon zusätzlich die im Saugroboter-Umfeld bekannte Firma iRobot gekauft.
Eine für Käufer überzeugende Funktion des Saugroboters Roomba ist es, die zu saugende Wohnung auszumessen und mit Kameras zu scannen. Mit einem digitalen Bild können Kunden dann über eine App den Saugroboter steuern. Gleichzeitig könnte Amazon die Daten aber auch für umfangreichere Verknüpfungen der Informationen und so zu noch detaillierteren Analysezwecken nutzen. Dies bereitet vielen Datenschützern nun Sorge.
Nicht nur, dass Amazon bereits die Wohnungen mit smarter Haustechnik überwachen und Mitschnitte des Gesprochenen erstellen kann (Quelle) - nun kommt auch noch ein direkter Blick mit zumindest möglicher exakter Vermessung der Umgebung hinzu.
Damit ist der Amazon-Kunde knapp davor, vollständig gläsern zu sein und bringt Amazon weitere Möglichkeiten zum Up- und Crossselling. Insgesamt also ein direkt nutzbarer wirtschaftlich intelligenter Schachzug der darüberhinaus noch deutlich mehr Potential bietet. Leider geht dies vollständig zu Lasten des Kunden.
Aber nicht nur die Übergabe dieser Daten an Amazon ist ein Problem, sondern auch bereits die damit verbundene Speicherung in der Cloud an sich. Immer wieder gibt es in den Medien Berichte, die von Datenpannen berichten. Hier ist zudem die Gefahr gegeben, dass höchst sensible persönliche Daten in die Hände von Fremden gelangen, die solche Informationen auch für kriminelle Zwecke missbrauchen können und sicherlich auch werden.
Vor diesem Hintergrund raten wir vor dem Kauf eines solchen Roboters oder ähnlichen Geräten dazu, sich mit diesem Thema eingehend auseinander zu setzen und sich selbst die Frage zu beantworten, ob man wirklich freiwillig die Möglichkeit öffnen möchte, sich abhören und in die privatesten Räume, dem eigenen Zuhause, Einblick nehmen zu lassen.
Als Datenschutzexperten sehen wir die Entwicklungen zu diesem Thema äußerst bedenklich. Je mehr Informationen gesammelt werden, desto brisanter sind sie.